Katrin Bringolf

20200303_193545 (003).jpg

Seit ich mich erinnern mag, gehörte das Werken, Gestalten, Malen und Zeichnen zu meinem Leben und hilft mir, mein Gleichgewicht zu bewahren. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Ideen und Sujets einzufangen und diese in einem Bild umzusetzen, macht mir viel Spass. Ich beginne meist spontan die Leinwand oder das Papier zu bemalen und spüre bald, ob ein Flow entsteht oder ob der Prozess harzig wird. Ein Flow ist immer sehr schön, lässt das Bild fast wie von selbst entstehen, auch wenn ich manchmal mehrmals daran arbeite. Schwieriger sind die Bilder, deren Entstehungsprozess harzt. Es braucht dabei viele Anläufe, Korrekturen, viel Suchen bis hin zum Übermalen und Auslöschen von Bestehendem und ab und zu ein totaler Neubeginn auf altem Grund. Obwohl dieser Prozess bisweilen mühsam ist, wird er beim Dranbleiben meist spannend, denn oft zeigt sich plötzlich ein Weg, der gangbar und stimmig wird.

Malen ist für mich ein Ausdrücken dessen, was mich optisch oder in der Seele berührt. Malen hat etwas Meditatives, ich bin ganz bei mir und meinem Erleben, bin mit dem Bild, das es zu gestalten, den Farben, die es zu mischen und abzustimmen gilt, beschäftigt. Volle Konzentration auf nur eine Sache lässt mich alles ringsum ausblenden und vergessen – es ist wie ein Sog, der mich hineinzieht und erst meist nach Stunden wieder loslässt.

 

August 2020, Katrin Bringolf